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Journal

Thursday,Aug 23 2007, 08:33:13 AMAlpentour August 2007 Teil 2

Alpentour im August 2007 / Teil 2

Hier ist also der 2. Teil des Reiseberichts. Den ersten Teil gibts hier ... 

Die entsprechenden Fotos zu diesem Teil der Geschichte gehen etwa hier los -> BILDER <-

Für die verlinkten Videos gilt natürlich das Gleiche wie im ersten Teil. Zusätzlich möchte ich noch auf Daniels Videosammlung dieser Alpentour hinweisen. Da die Filme etwas "freier" zusammengeschnitten sind, ist eine Verlinkung an der zeitlich korrekten Stelle etwas schwierig!

 

14.08.2007 (Di) - 358,45km - 6h14:25 - Ø58,86km/h

Mit einen Tag Verspätung sollte heute endlich unsere Weiterfahrt nach Südtirol starten. Von HGeinz samt Familie hatten wir uns abends schon verabschiedet, da alle zeitig aus dem Haus waren. So packten wir frohen Mutes unsere Sachen zusammen un verließen Rüthi Richtung Süden.
Nach einigen km bemerkte Daniel erhöhte Laufgeräusche, welches er auf eine zu hohe Kettenspannung schob. Er hat eine Heckhöherlegung verbaut und somit spannt sich die Kette beim Aufsitzen deutlich mehr als bei der Serie. Vermutlich hatte die Werkstatt gestern das nicht gesehen und es wohl mit dem Nachspannen zu gut gemeint. In Buchs machten wir somit in der City einen kleine Stopp, um die Kettespannung zu korrigieren. Gerade als ich dabei war, mein Gepäck vom Sessel zu nehmen verließen Daniels Mund heftige Flüche.... Ein kurzer Blick auf das Heck seiner Maschine erklärte mir diese dann auch: Die Abschlussplatte an einer Schwingenseite, an der die Kettenspannung eingestellt wird war schlicht und einfach weg!

Das entkleidete Schwingenende:

 
Die Frage war nur... warum??? Zum Kette nachspannen nimmt man die Platte nicht ab und einfach abgefallen konnte sie auch nicht sein, denn die Muttern waren noch da!
Wie dem auch sei, die Platte fehlte jedenfalls. Eine freundliche "Einheimische" geleitete uns dann samt Fahrrad und Kinderanhänger (inkl. Besatzung) zu einer Motorradwerkstatt (die sich als eine von KTM herausstellte). Der Schrauber dort schickte uns allerdings zur Honda-Werkstatt in den nächsten Ort weiter. Vorsichtig fahrend kamen wir dort wenige Minuten später an. Der Schrauber dort staunte nicht schlecht, als wir auf das Problem hinwiesen. Auch vertiefte er das aufkommende Gespräch gleich mit Fachwissen über inkompetente Werkstätten und berichtet von seinen Fahrten zum Nürburgring (er hat ja gesehen, woher wir kommen). Naja.... seine Werkstatt liegt in einem Gewerbegebiet und er war wohl etwas einsam hier draussen. ;-)
So ein Teil hatte er aber natürlich nicht am Lager. Während noch Benzin gequatscht wurde, entdeckte ich im Showroom eine etwas betagtere 600er CBR, die exakt die gleiche Abschlussplatte besaß. Allerdings wollte er diese Platte nicht herausrücken, da die Maschine (angeblich?!) am nächsten Tag verkauft werden würde. Jedenfalls schickte er uns etwa 100m weiter zu einer Autowerkstatt ("Autospenglerei"). Der Besitzer dort wäre nämlich nicht nur auch Motorradfahrer, sondern zusätzlich ein sehr begabter Bastler für alle Fälle!
Diese Information stellte sich als vollkommen korrekt heraus! Der gute Mann nahm sogleich Messschieber zu Hand und notierte sich die Zahlen, kramte ein Flacheisen aus einer Ecke und fing an. Zwischenzeitig zeigte er uns noch seine alte, aber perfekt restaurierte Ducati. Es wurde gesägt, geschweißt, geflext und schließlich lackiert und schon hatte Daniel eine Abschlussplatte, bei der das Originalteil der anderen Schwingenseite einpacken konnte! Fix wurde die Kette noch gespannt (diesesmal mit aufsitzendem Fahrer!) und die Fahrt konnte weiter gehen!

Das neue Designerstück!

 
Wir fuhren über Bad Raganz, Klosters und Davos weiter über Flüelapass, dann durch Zernez und über den Ofenpass. Da wir doch etwas Zeit verloren hatten, entschlossen wir anstatt der großen Runde über das Stilfserjoch die Abkürzung über den (teilweise geschotterten) Umbrailpass zu nehmen und von dort einfach noch die letzten 200 Höhenmeter zur Passhöhe herauf zu fahren, um wenigstens einmal einen blick auf die atemberaubende Ostflanke zu werfen. Dort angekommen erwies sich die Entscheidung als durchaus Richtig.... der Blick von Oben ging in eine waberndes Meer aus Nebel und Wolken, die steile Serpentinenstrecke war nur teilweise erkennbar. Die Südwestseite hingegen lag in vollem Sonnenschein. Also blieben wir auch nicht lange und fuhren runter ins Tal nach Bormio.
Dort angekommen stärkten wir uns mit Kaffee und Schokocroissants um schließlich noch zu tanken. Nach einigem hin und her zu den Ausfallstraßen bei ziemlichem Verkehrschaos (und auch Wärme) fanden wir endlich 2 verloren wirkende Zapfsäulen mitten im Zentrum. Wer sich über die Jahre an riesige Tankcenter mit weithin sichtbaren Logos samt 14 oder mehr Zapfstellen und angeschlossenem Supermarkt gewöhnt hat, sieht manchmal den Wald vor Bäumen nicht mehr.
Nachdem die Fässer wieder voll waren wollte Daniel noch kurz seinen Kupplungszug nachstellen, da sie wohl nicht mehr so ganz sauber trennte. Gerade als ich wieder anfing, mein Gepäck vom Sitz zu tüddeln zog ich aus purer Neugierde selber mal am Hebel und dabei kamen mir doch glatt einige kleine Fasern des Kupplungszuges entgegen.... Daniel darauf hingewiesen entgleistem ihm sogleich sämtliche Gesichtszüge und eine kurze, aber sehr prägnatne Fluchtirade erscallte über den Hof. Also richtig filmreif mit ärgern und Handschuhe zu Boden werfen, etc. Das volle Programm! :-)
Derweil erkundigte ich mich beim Tankwart nach einer Werkstatt und wir schienen wieder Glück zu haben. Nur wenige hundert Meter die Hauptstraße runter gäbe es eine Schrauberei. Dort angkommen rollten wir ins Untergeschoss und zeigtem dem Mechaniker unser problem. Der nickte nur, machte beschwichtigende Handbewegungen und ging zurück zu seinem Roller, an dem er gerade herumschraubte. Nach etwa 10min schob er den Scooter von der Rampe (immer verfolgt vom anscheinenden Besitzer dieses Vehikels) auf ein Gitterrost und fing an, den Plastikbomber zu waschen.... Wir standen etwas doof in der Gegend rum, aber etwas Geduld war wohl gefragt. Da der Schrauber nicht wirklich deutsch sprach und wir auch sicher nicht besser italienisch warteten wir einfach.

Daniel gibt das Motto vor: Alle guten (?) Dinge sind 3...

 
Irgendwann drönte der jetzt wie neu aussehende Roller die Auffahrt hoch und wir waren dran! Nach einer weiteren knappen halben Stunde war der neue Bowdenzug montiert und alles war wieder im Lot, es konnte (mal wieder) weiter gehen!
Über Gaviapass und Ossana fuhren wir (die Zeit etwas im Nacken) schnurstracks Richtung Bozen. Am Fuße des (wirklich tollen!) Mendelpasses bogen wir nach Kaltern ab und von dort gings weiter ins Tal zum Kalterner See. Der Film zum Gaviapass ist hier und Teile des Mendelpasses sind hier zu sehen.

Am ersten großen Campingplatz wurden wir von einer Horde kreischende Kinder (eine vollkommende Rudelbildung!) empfangen. Eine kurze Stippvisite wurde auch gleich von einer wenig freundlichen Frau des Personals beendet: Bevor hier jemand auf den Platz geht wird sich bitte schön angemeldet!
Darauf verzichteten wir dann dankend und fuhren weiter.... einen guten km die Weinstraße entlang folgte der nächste Platz! Was für eine Idylle im Vergleich: Eine kleine Rezeption, ein Restaurant samt  von Wein überwachsener Terasse, ein kleiner Supermarkt... PERFEKT!
Beim Einschecken (inzwischen war es etwa 21 Uhr) erfuhren wir, dass das Restaurant nicht mehr ewig geöffnet hat und so entschlossen wir uns, die Nahrungsaufnahme (Spaghetti und Bier) dem Zeltaufbau vorzuziehen. Aber auch das gelang noch dank der Gaslampe der freundlichen neuen Nachbarn! Irgendwie hatte also doch alles wieder geklappt! :-)

Ein isomattennutzender Daniel hat nix besseres zu tun als mich mit Faxen von meiner Bettbereitung abzuhalten!

 
Die Route:
Rüthi - Buchs - (Panne) - Grabs - Sargans - Klosters - Davos - Flüelapass - Zernez - Ofenpass - Santa Maria - Umbrailpass - Stilfserjoch - Bormio - (Panne) - Gaviapass - Ossana - Revo - Cavareno - Mendelpass - Kaltern

Gefahrene Strecke als GoogleEarth - KMZ

 

15.08.2007 (Mi) - 369,32km - 6h17:08 - Ø59,82km/h

Dieser Tag sollte die Königsetappe der Reise werden: Ein Pässedichte wie in den Dolomiten ist sonst nirgends in den Alpen zu finden und somit planten wir also eine Runde mit beachtlicher Höhendifferenz! Am Kaltener See entlang fuhrenwir hinab ins Tal und nach wenigen km wieder heraus, um dem Verkehrschaos rund um Bozen zu entgehen, also ab Richtung Cavalese. Von dort querten wir zunächst den Passi di Lavaze, von dort über den Karerpass. Was nach dieser kurzen Strecke schon auffiel, war der doch recht imense Verkehr überall. Wie sich am Abend (als wir auf der Suche nach einem Supermarkt waren) herausstellte, war der heute Tag ein Feiertag! Deshalb die Menschenmassen überall, die zu den üblichen Urlaubsverkehr im August hinzukamen. Egal, Spaß machte es trotzdem!

Die Route führte uns über den San Pellegrino, im Tal gings weiter zum immer wieder schönen Passo Giau. Unterwegs fuhren wir auf eine blaue Hornet S auf, die mit einer kleinen BMW (F650) zusammen unterwegs war. Erst nach unserem Urlaub erfuhren wir im Forum, dass es sich dabei um eine weiteres Mitglied (Stoffel2k5) des selbigen handelte! Den Film zur Auffahrt gibt es hier.

Oben angekommen dürstete uns nach einem Kaffe, aber nachdem ich da fast 10min in der Warteschlage vor der Kasse stand (erst bezahlen und dann mit dem Bon zur Theke), der natürlich bei der Ausgabe die nächste Schlange folgte hatte ich keine Lust mehr. Also weg von hier und irgendwo anders ein Heißgetränk suchen. Bei der Ankunft bei unseren Maschinen war erst einmal mein Schlüssel weg! Das kommt davon, wenn man sich jahrelang Verhaltensmuster antrainiert (Schlüssel immer in die rechte Jackentasche und den Reissverschluss zumachen) und diese dann verändert! War nämlich lecker warm in den Dolos und so nahm ich Geldbörse und Schlüssel aus der Jacke raus und lies diese am Mopped zurück. Naja... das dumme Teil lag noch an unserem Sitzplatz neben der Holzbank auf der Mauer. Glück gehabt!

Sofort ging es weiter: Passo Falzarego und anschließend Valparola um von dort aus in die berühmte Sella-Runde einzutauchen. Grödnerjoch, Sellajoch und Passo Pordoi (den ich übrigens zum 3.Mal und erstmals trocken befahren konnte) folgten Schritt auf Tritt... ein nahezu nicht enden wollendes Kurvenfahren einen Pass runter um unten direkt den nächsten herauf zu fahren, ein wahres Paradies für Moppedfahrer und immer in Sichtweite des gewaltigen Sella-Massivs! Als hätten geile Strecken nicht schon gereicht gabs dazu in jeder Lebenslage ein atemberaubendes Panorama! Das Filmchen zum Grödnerjoch gibts hier.

Das Sella-Massiv, auf dieser Runde immerzu und weithin sichtbar.

Dann ging es doch wirklich einmal ein paar km durchs Tal um als nächstes den Passo di Fedaia am Marmolada-Massiv zu erklimmen. Hier oben war es dann auch endlich mal etwas ruhiger und so kamen wir dann auch zu unserem Kaffee! Das Video zur Auffahrt ist hier zu finden.

Zurück gings dann nochmal über den Karerpass, wo die Publikumsfülle jetzt am späteren Nachmittag auch abnahm und wir selbst einen Halt am wunderschönen Karersee wagen konnten, ohne auf direktem Kollisionskurs mit einem der am morgen noch unzähligen Reisebusse zu gehen. Es gab dann in der Nähe des Sees wirklich sowas wie einen kleinen Moment der Ruhe und so konnten wir den Ausblick auch genießen!

Am Karersee:

Danach gings durch das immer enger werdende Eggental (Val d'Ega) nach Bozen. Was da plötzlich die Hitze in diesem Talkessel zunahm war wirklich beeindruckend! Die ganze Zeit sehr angenehme Temperaturen und plötzlich etwa 30°C, einhergehend mit viel Verkehr. Von der Schnellstraße verpassten wir prompt die richtige Abfahrt (eine etwas mehrwürde Ausschilderung) und mussten drehen. In Kaltern (bei angesprochender Supermarktsuche) erfuhren wir dann vom feiertag, was sogleich einiges erklärte! Naja, jetzt wars auch egal. Dummerwiese war inzwischen 19 Uhr durch und unser kleiner Shop auf unserem Platz hatte auch geschlossen. Also nochmal zu dem fiesen Großcamping, wo es Strandbar etc. gab und dort konnten wir auch noch das eine oder andere Bierchen für den Abend erstehen.

"Daheim" angekommen blickten wir auf 11 Pässe (10 verschiedene!) zurück und konnten gleich einige der kühlen Getränke ankosten um uns dann mit "Maccaroni Arrabiata" sättigen, die sich natürlich richtigerweise als "Penne Arrabiata" herausstellten. Naja, was "Tirol" im Namen hat und deutsch spricht muss sich mit der italienischen Küche vielleicht nicht so ganz auskennen... ;-)

Die Route:

Kaltern - Ora - Cavalese - Passo di Lavaze - Ponte Nova - Karerpass - Moena - Passo San Pellegrino - Alleghe - Passo di Giau - Pocol - Passo die Falzarego - Passo di Valparola - Corvara - Grödnerjoch - Sellajoch - Passo Pordoi - Livinallongo - Passo di Fedaia - Canazei - Karerpass - Bozen - Kaltern

Gefahrene Strecke als GoogleEarth - KMZ

 
16.08.2007 (Do) - 186,84km - 3h16:13 - Ø58,15km/h

Da war auch schon der Abreisetag erreicht. Durch den Lagerschaden bei Daniel hatten wir einen Tag weniger in den Dolomiten als ursprünglich angedacht, was nicht so tragisch war, dadurch kamen wir einen Tag länger in den Genuss der Gastfreundschaft von Judith und Heinz. :-)

Außerdem hatten wir am Tage vorher bei der großen Runde so ziemlich die meisten Pässe "abgegrast" und heute konnten wir ja auch noch fahren. Als erstes ging es wieder den Mendelpass hinauf. Dieser doch eher kleine Pass wir oft unterschätzt und auch die recht geringe Höhe (1363m) macht ihn auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär. Aber er bietet ein Kurvenspaß erster Klasse, quasi die gesamte Anfahrt ist ein permanentes hin- und herklappen der Maschine, es gibt eigentlich keine längeren Geraden, nur Kurven! Die Sträße schlängelt sich an der Felswand hinauf und bietet an unzähligen Stellen grandiose Ausblicke aufs unten liegende Etschtal!

Pause am Mendelpass mit Blick ins Etschtal:

Weiter ging es über das Gampenjoch durch Meran ans nördliche Ende des Tals in St. Leonard. Dort genemigten wir uns einen Kaffee bevor wie das Tal auf der östlichen Seite mit der Auffahrt zum Jaufenpass verließen. Die andere Route führt über das Timmelsjoch ins Ötztal, dieser Pass ist allerdings (nur auf der österreichischen Seite) mautpflichtig.

Bei der Auffahrt hatten wir eine kleine Schrecksekunde zu verdauen, als ich einen kleinen Ford StreetKa überholte, aber den Linksknick der Straße vor der Rechtskurve nicht sah.... bzw. als ich sie dann sah, war es zu spät! Der kleine Flitzer beschleunigte doch flotter als ich erwartet hatte und so rauscht ich mit ordentlich Tempo auf die Kurve zu, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte (nämlich dieser Linksknick)! Zum "Kurve fahren" wars definitiv zu spät, so feuerte ich (natürlich habe noch gebremst was ging) ziemlich geradeaus durch einen Schotterstreifen um in der folgenden Rechtskurve quer über die Straße geradeaus zu fahren. Am äußeren Rand kam ich dann zum Stehen. Glück gehabt, dass mir da keiner entgegen kam!

Dem Autofahrer signalisierte ich noch kurz, dass alles OK ist um dann nach der nächsten Kehre das angedachte Überholmanäver nachzuholen, was diesesmal auch wie geplant verlief. Der Fahrer äußerte seine Meinung dazu auf seine Weise (ich habs nicht gesehen, aber Daniel berichtete von einem ausgestreckten Mittelfinger). Aber was erwartet der, dass ich den ganzen Pass wegen des einen "kleinen Verschätzers" hinter ihm den Berg hochzuckel???

Naja, das war der einzige "Zwischenfall" auf der Reise und somit rollten wir anschließend über die alte Brennerstraße nach Österreich. Irgendwie hatte ich die von der letzten Überquerung noch ganz attraktiv in Erinnerung, das was mir im Gedächnis blieb, war aber nur das letzte Stück kurz vor Innsbruck. herrliche Kurven aneinander gereit hinab ins Tal, leider diesesmal Lindwurmartig hinter den vielen Lastwagen hinterher. Naja... auch kein rechter Spaß mehr. So kamen wir relativ zeitig an und verbrachten erst einmal eine gute Stunde beim BurgerKing nahe des Hauptbahnhofes samt irgend eines Doppelwhopper-Sparmenü in King-Size (inkl. 0,75l Getränk). Naja, es gab noch die Erkenntnis, dass das übliche Fußvolk in solchen Lokalitäten sich nicht von dem in Deutschland unterscheidet....

Als wir dann Fastfood-mäßig versorgt waren fuhren wir eben noch um die Ecke zum Terminal, immer noch eine gute Stunde vor der anvisierten Verladezeit. Die Mitarbeiter vor Ort waren sehr nett und freundlich und da die Fahrzeugwaggons schon bereit standen, konnten wir sogar schon einschecken! Im wirklich gut ausgestatten Innsbrucker HBf gabs auch ein feinen Supermarkt im Kellergeschoss, der uns mit zahlreichen (ein Dutzend) Bierdosen der Wiener Marke Ottakringer versorgte.

Bierchen am Bahnsteig in Innsbruck:

So harrten wir auf dem Bahnsteig aus und ließen den Urlaub Revue passieren. Dann setzte auch noch leichter Regen ein und somit endete der Urlaub, wie er begann.... wie gut, dass es dazwischen überwiegend trocken war! :-)

Irgendwann wurde dann auch der Zug bereit gestellt und wir bezogen unsere Abteile, die glücklicherweise direkt nebeneinander lagen. Irgendwann tauchte ein Österreicher auf, der sichtlich volltrunken wirklich mit jedem das gespräch suchte und nach München wollte. Genervte Mitreisende am Ende unseres Wagen machten dem guten mann dann klar, dass sein Zug wohl der auf dem anderen Gleis sein müssen, das ohne Bahnsteig...! Naja, er glaubte ihm und torkelte vom bahnsteig herunter, trottete über das nächste Gleis (wo doch zuletzt häufiger mal Züge fuhren!) und kletterte in einen der abgestellten Waggons!

Aber irgendjemand muss ihm wohl gesteckt haben, dass er dort falsch ist (wahrscheinlich hat ihn eher ein Bahnmitarbeiter aus dem Waggon gerjagd) und so tauchte er laut lallend (mit wem auch immer er zu Kommunizieren gedachte) wieder an unserem Zug auf. Naja, diesesmal lies er sich von Personal am Bahnsteig beraten und danach ward er nicht mehr gesehen.

Die Abfahrt verzögerte sich dann gute 20 Minuten, weil die Fahrzeuganhänger irgendwie nicht zum Rest des Zuges fanden.... warum erschloss sich mir auch nicht, aber egal. irgendwann waren sie dann doch angehängt und es konnte losgehen!

Fest verzurrt für die Heimfahrt:
 

Der Plan, eventuell noch einen Platztausch mit einem der zusteigenden Gäste aus München zu vollführen scheiterte aber daran, dass nur noch Paare sich in unsere Abteile gesellte. War aber inzwischen auch egal, weil kurz danach Schlafen angesagt war!

Die Route:
Kaltern - Mendelpass - Gampenjoch - Meran - St. Leonard - Jaufenpass - Brennerpass - Innsbruck

Gefahrene Strecke als GoogleEarth - KMZ

 

17.08.2007 (Fr) - 40,03km - 0h36:39 - Ø71,38km/h

Wir kamen pünktlich in Düsseldorf an und schnell waren auch die Fahrzeuge entladen. Wir verabschiedeten uns jetzt noch einmal offiziell von der Reise, den geistige Abschied hatten wir ja schon ausgiebig am Innsbrucker Bahnhof vollzogen und gingen dann auch schnell unserer Wege. Der Hauptgrund liegt im Übrigen nicht daran, dass man sich nicht mehr sehen konnet, sondern dass wir beiden auf möglichst schnellsten Wege zu unseren Freundinnen wollte! :-)

Zum Glück erwischte ich Jessi in Köln noch, bevor sie zur Arbeit musste, so dass nach der Ankunft noch ein kleines Frühstück auf dem Programm stand. Den rest des Tages verbrachte ich mit Entspannen.

 

19.08.2007 (So) - 281,72km - 3h45:27 - Ø76,20km/h

Den Heimweg nach Bielefeld fuhr ich schön über Land durchs Bergische und Sauerland. Da ich eh fast direkt an der Haustür meiner Eltern vorbei kam, stattet ich auch gleich Bericht ab. Die letzten etwa 40km bis zu Hause waren dann auch schnell abgespult und der urlaub wahr nun wirklich zu Ende.

=> 3183,87km 

Legende:

Die angegebene Fahrzeit und Durchschnittsgeschwindigkeiten sind Daten meines digitalen Fahrradtachos (Sigma BC1200). Es sind reine Fahrdaten, also sind keine Pausen bzw. Fahrstopps (z.B. rote Ampel) enthalten! Bei den unterstrichenen Wegpunkte handelt es sich um Pässe.

 




 




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